Die Dohle 
(Coloeus monedula) 

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Foto: NABU, M. Vollborn


Vogel des Jahres 2012 in Edertal

Die Dohle 

In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es in Bad Wildungen noch zahlreiche Dohlen. 

Sie brüteten in zwei größeren Kolonien im Turm der Stadtkirche und am Schloss Friedrichstein. Auch ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg diente einigen Paaren als Heimstätte; daneben existierten mehrere Einzelbruten an hohen Fachwerkhäusern und sogar in Schornsteinen. 

Das Verschwinden der Dohlen aus der Badestadt ist ausschließlich das Werk von Menschen gewesen. 

So wurden die Vögel aus dem Kirchturm durch Schließen der Öffnungen verbannt. 

Der Dohlenbestand nahm durch solche Maßnahmen rapide ab und erlosch schließlich 1976. 

Im Kreis Waldeck-Frankenberg existieren aber nach wie vor eine Reihe von Dohlenkolonien - an Gebäuden und auch im Wald. 

2009 zählten die Ornithologen des NABU insgesamt ca. 40 Gebäudebruten, darunter drei größere Kolonien, und zwar in den Kirchen von Mengeringhausen und Volkmarsen sowie an dem Betriebsgebäude einer Firma in Somplar. 

Für genügend Dohlen-Wohnungen in der Mengeringhäuser Kirche hat der NABU durch Anbringen von Nistkästen gesorgt. 

Den Dohlen in unseren Wäldern können Waldbesitzer und Forstleute helfen, indem sie genügend alte Buchen heranreifen und die nötigen Brutbäume stehen lassen. Die Vögel nisten gern in vom Schwarzspecht gezimmerten Höhlen, die sie als „Nachmieter“ nutzen. So wurden 2009 in den Wäldern des Kreises Waldeck-Frankenberg12 Brutkolonien bzw. Brutzeitvorkommen von Dohlen registriert. 

Im Gegensatz zu den auffälligen Gebäudebrütern dürfte es aber eine nicht unerhebliche Dunkelziffer bei den Walddohlen geben. 

Interessant ist, dass im Kreisgebiet schon dreimal Dohlen nachgewiesen wurden, die als Jungtiere im Wald beringt worden waren und später in Gebäuden brüteten. 

Bisweilen können sich Dohlen nach der Brutzeit in großer Zahl an gemeinsamen Schlafplätzen versammeln, so 2008 maximal 440 in den Eichen der Großen Allee von Bad Arolsen.
 

Um den Dohlen Lebensraum zu sichern, genügt aber nicht nur die Wohnraumfürsorge, sie brauchen auch ausreichend Nahrung. Wie für viele andere Vogelarten spielt dabei die Erhaltung von Grünland eine herausragende Rolle. 

Bei den Wildunger Dohlen hatten übrigens Maikäfer als Nahrung für die Nestlinge einen wesentlichen Anteil. Das waren die Zeiten, als die Dorfkinder noch Zigarrenkisten mit Maikäfern füllen und an die Hühner verfüttern konnten. 

In den alten Buchen des Nationalparks Kellerwald konnten bisher zwei Dohlen-Kolonien entdeckt werden, so bei Kleinern und bei Asel. Im Domanialwald bei Bergheim existieren mittlerweile zwei kleine Dohlen-Ansiedlungen.

Wolfgang Lübcke

Dohlen sind Höhlenbrüter und übernehmen z.B. gerne die Behausungen des Schwarzspechtes, brüten aber auch in geeigneten Gebäuden und nehmen Nistkästen gerne an. 
Als Bruthöhle braucht die Dohle eine Grundfläche von mind. 30 x 30cm,  eine Höhe von mind. 40cm und ein Einflugloch rund oder quadratisch von 8cm. 

Beispiel Nisthilfe in und an Gebäuden 

 Als geselliger Vogel fühlt die Dohle sich wohl ab 10 Nisthöhlen in 8-10m Höhe mit einem Zwischenabstand von mindestens einem halben Meter. 

Beispiel Nisthilfe in Bäumen 



 
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