Der Grünspecht 
(Picus viridis) 

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Grünspecht – Vogel des Jahres 2014 in Edertal

Grün- und Grauspecht gehören zu den sogenannten Erdspechten, weil sie ihre Nahrung in starkem Maße auf dem Boden suchen.
Lebensraum des Grünspechts sind lichte, parkähnliche Wälder, Auwälder und Streuobstwiesen. Er kommt verstreut im ganzen Kreisgebiet vor mit deutlichem Schwerpunkt im Edertal. Der Grünspecht bevorzugt niedrigere Höhenlagen und ist deshalb im Upland nur sehr selten anzutreffen (s. Grafik und Karte nach ornitho.de, erstellt von Jürgen Becker). 
Bei der Spechtkartierung im Nationalpark Kellerwald-Edersee im Jahr 2004 wurde der Grünspecht mit vier Revieren nur in dessen Randbereichen festgestellt, während der Grauspecht als Leitart montaner Buchenwälder mit 18 Revieren relativ stark vertreten war.
Bereits in den 1950er Jahren galt der Grünspecht in Waldeck-Frankenberg als deutlich seltener im Vergleich zum Grauspecht. Von 1975 bis 1989 setzte zudem ein negativer Bestandstrend des Grünspechts ein, so in dem Buch „Vogelwelt zwischen Eder und Diemel“ (1993) nachzulesen. Während die Häufigkeitsrelation zwischen gemeldeten Grün- und Grauspecht-Beobachtungen 1976/77 noch 1:3 zugunsten des Grauspechts betrug, hatte sich dieses Verhältnis für den Grünspecht 1982/83 auf 1:14 verschlechtert. Insbesondere der Kältewinter 1978/79 setzte ihm stark zu, denn bei Kälte und Schnee sind seine Nahrungsquellen – insbesondere Ameisen – nur schwer zugänglich. Deshalb wurde der Grünspecht in der ersten Roten Liste der Vögel Waldeck-Frankenbergs 1990 als „Vom Aussterben bedroht“ eingestuft.
Inzwischen werden in Waldeck-Frankenberg deutlich mehr Grün- als Grauspechte beobachtet, wie auf der Karte unschwer zu erkennen ist. In der 2007 aktualisierten Roten Liste des Kreisgebietes brauchte der Grünspecht nicht mehr aufgeführt werden. Zu den relativ häufigen Meldungen des Grünspechts dürfte allerdings die Tatsache beitragen, dass er sich im Gegensatz zum Grauspecht das ganze Jahr über akustisch bemerkbar macht.

Wolfgang Lübcke

 



 
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