Vogel des Jahres 2017 
Der Waldkauz (Strix aluco) 
 

Der Waldkauz ist die häufigste Eulenart in Waldeck-Frankenberg. 
Er bevorzugt Laubmischwälder, kommt aber auch in Parks und parkähnlichen Gebieten vor. 

Mehrfach wurden Bruten auch in Siedlungen nachgewiesen. 

In der Wahl seiner Brutplätze zeigt er sich anpassungsfähig: meist in Baumhöhlen, aber auch in Nistkästen, Gebäuden, Hochsitzen und alten Greifvogelhorsten.

Phänologie:
Sie Rufe des Waldkauzes können gemäß Auswertung von 311 Rufnachweisen in der Kreisavifauna (MAI in ENDERLEIN u. a. 1993) über das ganze Jahr hinweg vernommen werden, mit zwei Schwerpunkten: im zeitigen Frühjahr (Maximum April) und im Herbst (Maximum September).
Die ersten flüggen Jungvögel sind in der Regel im Mai zu erwarten. In der Kreisavifauna wird der 11.4. als Extremdatum genannt.

Siedlungsdichte:
Seit Erscheinen der Kreisavifauna im Jahr 1993 liegen nur von einer Probefläche Siedlungsdichteuntersuchungen vor, und  zwar in dem Quadranten 1 (links oben) des Messtischblattes (MTB) 4920 Armsfeld im Kellerwald (ca. 33 qkm). Die Erfassungen hat Michael Wimbauer mit Hilfe einer Klangattrappe in den Monaten Februar bis April durchgeführt. Dabei erwiesen sich windstille, sternenklare Nächte als besonders günstig.
Im Folgenden werden aus dem Avifaunistischen Sammelberichten der Vogelkundlichen Hefte Edertal (VHE) nur vollständige oder fast vollständige Kartierungen wiedergegeben: 

2012: 44 Reviere
2013: keine Erfassung
2014: 24 Reviere
2015: 29 Reviere (ca. 90 % der Fläche bearbeitet)
2016: 26 Reviere (ca. 90 % der Fläche bearbeitet) 

Die jährlich unterschiedliche Nahrungssituation verursacht starke Bestandsschwankungen. So war 2012 ein gutes Mäusejahr. 2009 hingegen war ein schlechtes Mäusejahr. In ihm konnte Michael Wimbauer auf etwa der Hälfte des MTB-Quadranten nur acht Reviere nachweisen.

Wünschenswert wäre eine Erfassung aller Eulenarten im Nationalpark Kellerwald-Edersee.

Verbreitung:
Eine Verbreitungskarte in VHE 42 (S. 156) zeigt die Zufallsbeobachtungen einschließlich der oben aufgeführten Siedlungsdichteuntersuchung im Jahr 2015. Die Konzentration in der Kellerwaldregion ist auf die dort intensivere Beobachtungstätigkeit zurückzuführen. Da der Waldkauz in allen Höhenlagen des Kreises Waldeck-Frankenberg vorkommt, ist er vermutlich kreisweit relativ häufig anzutreffen.

Ringfunde:
In der Kreisavifauna wird nur ein Ringfund von Falko EMDE aufgeführt. Er beringte am 14.5. einen nestjungen Vogel bei Lengefeld. Dieser wurde 1983 als Skelett (Todesdatum deshalb nicht bekannt) bei Hof Lauterbach (Gemeinde Vöhl) gefunden.

Literatur:
MAI in ENDERLEIN, R., LÜBCKE, W. u. M. SCHÄFER (1993): Vogelwelt zwischen Eder und Diemel. Avifauna des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Korbach

WIMBAUER, M. (2013): Die Siedlungsdichte von Waldkauz (Strix aluco), Waldohreule (Asio otus) und Raufußkauz (Aegolius funereus) auf dem Messtischblattviertel 4920/1 Armsfeld (Kellerwald). Vogelkdl. Hefte Edertal 39: 43-45

Wolfgang Lübcke
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