Waldeck-Frankenberg

Die Waldeckische Landeszeitung berichtete am 16. Mai 2000. Hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion


 
Aktionstag an der Sperrmauer mit Aufführung "Das Kettensägenmassaker"
Greenpeace zieht jetzt über die Dörfer

3000 Unterschriften pro Nationalpark gesammelt

NAJU-Aktion mit Mitgliedern aus Frankenberg und Edertal
EDERTAL-HEMFURTH-EDERSEE (uh).
Mit Livemusik und einer kleinen Theatenaufführung der Naturschutzjugend Frankenberg mit dem Titel "Das Kettensägenmassaker" haben Nationalparkbefürworter ihrer Forderung nach Ausweisung eines Nationalparks Kellerwald im Waldschutzgebiet Edersee erneut Nachdruck verliehen.
Schauplatz des gemeinsamen Aktionstags war am vergangenen Sonntag der Sperrmauer-Vorplatz. Zu der Ver­
anstaltung hatten Umweltschutzorganisationen, Verbände, Vereine und politische Gruppierungen eingeladen.
Argumente "rübergebracht"
Im Mittelpunkt zahlreicher Gespräche und Diskussionen mit Passanten standen Informationen über das Waldschutzgebiet Edersee.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zog eine positive Bilanz ihrer mehrwöchigen Präsenz an der Sperrmauer: "Wir konnten im Gespräch mit vielen Einheimischen unsere Argumente rüberbringen und die Leute zum Nachdenken anregen", sagte Greenpeacesprecher Martin Kaiser. Die Umweltschützer haben seit Sonntag ihre Zelte an der Sperrmauer abgebrochen. Mit ihrem Infocontainer wollen sie demnächst an verschiedenen Orten in der Region präsent sein. Die Ängste in der Bevölkerung vor einem Nationalpark nehme man sehr ernst, darum seien weitere Aufklärungsgespräche und Diskussionen seiner Organisation nötig, sagte Kaiser. Bereits am Mittwoch, 17. Mai, organisiert Greenpeace um 19 Uhr im DGH Giflitz unter der Überschrift "Regionalentwicklung und Naturschutz" eine Informationsveranstaltung.
Der Vorsitzende des Vereins "Pro Nationalpark", Karsten Wittern, Bad Wildungen, fordert von der Landesregierung eine klare Entscheidung zugunsten eines Nationalparks. "Ein von Minister Dietzel favorisierter Naturpark de Luxe ist völlig inhaltslos, und was soll bitteschön de Luxe bedeuten?" fragt Wittern. Es müsse doch möglich sein, die 0,65 Prozent der Kellerwaldfläche aus der hessischen Waldwirtschaftsfläche herauszunehmen.
Greenpeace hat nach Angaben von Martin Kaiser in den vergangenen vier Wochen weit über 3000 Unterschriften für einen Nationalpark gesammelt. Die täglichen Beobachtungen im Wald sollen jetzt eingestellt werden. "Wenn im Herbst die Einschlagzeit beginnt, werden wir wieder im Wald sein, um die alten Bäume zu schützen", kündigt Kaiser an.

E-Mail an Webmaster@NABU-Edertal.de
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