Hilfe für Wildbienen

Ein Insektenhotel für Wildbienen

Der Winter steht vor der Tür, aber Artur Finke hat in seinem naturnahen Garten in Böhne bereits für das kommende Frühjahr vorgesorgt und ein Insektenhotel für Wildbienen gebaut.
Dass Honigbienen unsere Obstbäume, Beerensträucher und andere Kulturpflanzen bestäuben, lernt jedes Kind in der Schule. Dass diese wichtige Aufgabe auch von zahlreichen heimischen Wildbienenarten geleistet wird, ruft selbst bei Naturfreunden oft Erstaunen hervor. 
Ebenso wie es die Honigbienen immer schwerer haben, in der intensiv genutzten Landschaft Nahrung zu finden, haben es auch die Wildbienen schwer. Manche Arten sind bei uns selten geworden. In einem naturnahen Garten kann man ihnen mit „Bienenpflanzen“ helfen. Dazu gehören zum Beispiel Thymian, Dost, Glockenblumen- und Fetthennen-Arten oder Heil-Ziest, Beinwell, Schwarznessel  und Färberkamille. Ideal ist die Anlage einer Wildblumen-Wiese.
Wichtig ist aber auch der Bau geeigneter Nisthilfen. Das können Holzklötze und Aststücke sein, die an einer Gartenhütte aufgehängt werden, Bündel aus Bambusstäben oder Dosen mit Schilfhalmen.
Ein Schmuckstück für den Garten kann ein Insektenhotel sein, für dessen Gestaltung der Phantasie des handwerklich geschickten Bastlers keine Grenzen gesetzt sind. Wichtig ist ein sonniger Standort.
Artur Finke hat für sein übermannshohes Insektenhotel eine Dreiecksform gewählt. Für  die Wildbienen-Wohnungen hat er verschiedene Materialien verwendet, zum Beispiel Schilfrohr und vor allem Holzstücke von verschiedenen Baumarten. Geeignet sind Stücke aus Hartholz, in die Löcher gebohrt werden. Neben Eiche, Esche und Buche kommen auch Robinie und Obstbäume in Frage. Diese Harthölzer ermöglichen eine saubere Anfertigung der Bohrgänge. Am besten ist gut abgelagertes Holz. Die Bohrgänge sollten unterschiedliche Durchmesser haben, zwischen zwei und zwölf Millimeter; die Masse der Bohrgänge sollte einen Durchmesser von drei bis sechs Millimeter aufweisen. Auf diese Weise erhalten verschiedene Wildbienenarten ein passendes Angebot. Die Nistgänge für die Wildbienen werden fünf bis zehn Zentimeter tief in die Holzstücke gebohrt. Diese dürfen aber nicht durchbohrt werden. 
Artur Finke hat sein Insektenhaus auf vielfältige Weise gestaltet. Fichten- und Kiefernzapfen und Baumpilze verleihen ihm ein interessantes, geradezu künstlerisches Aussehen.
Mit einem kleinen Insektenhotel hat Artur Finke bereits seit einigen Jahre positive Erfahrungen gesammelt. Verschiedene Wildbienenarten haben dieses bereits besiedelt. Das erkennt man an den vielen zugeklebten Bohrgängen mit unterschiedlichem Durchmesser.

Das neue Insektenhotel im Garten von Artur Finke in Böhne (Foto: W. Lübcke)

Literaturempfehlung: 
Karl-Heinz Schmalz (2010): Bestechende Insekten. 
Vielfalt, Lebensweise und Bedeutung der heimischen Stechimmen. 
NABU-Schriftenreihe „Naturschutz in Waldeck-Frankenberg“, Band 6
Der Autor stammt aus Königshagen.
 

Wolfgang Lübcke
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