Landschaftspflege


 

Versuch einer Fotomontage. Ein Bild kann die spätere Wirklichkeit nur unvollkommen darstellen. Bildmontage: NABU-Edertal
Edertal: 
Zu den geplanten Windkraftanlagen bei Naumburg hat der NABU Edertal eine Stellungnahme abgegeben. (Siehe unten)

Die sechs vorgesehenen Anlagen hätten nach Meinung des NABU massive Auswirkungen auf die am stärksten beflogene Vogelzuglinie im Kreis Waldeck-Frankenberg. Diese führe vom Langen Wald her, der sich von Arolsen bis Fritzlar hinzieht über den Sengelsberg bei Böhne nach Altwildungen in Richtung EU-Vogelschutzgebiete „Kellerwald“ und „Altes Feld bei Dainrode“. Deshalb müsse das Gutachten, das von den Initiatoren der Windräder in Auftrag gegeben werden soll, diesen Aspekt zwingend berücksichtigen.

Vogelzug gebe es praktisch überall, erläuterte der NABU. Für die Windkraftplanung sei er aber dann von Bedeutung, wenn sehr hohe Zahlen erreicht werden. 
Im Rahmen der Anhörung zum Teilregionalplan Energie habe der NABU Hessen seine Bedenken dem Regierungspräsidium mitgeteilt. Wie bei vielen Standorten in Waldeck seien auch in diesem Fall die Artenschutzbelange im Rahmen einer Vorprüfung jedoch nicht berücksichtigt worden. 

Der NABU untermauert seine Stellungnahme mit konkreten Zahlen.  Die Schwedenschanze (Busemanns Köppel) bei Altwildungen biete einen hervorragenden Fernblick um den Vogelzug bis zur Kammhöhe des Langen Waldes zwischen Böhne/Königshagen und Naumburg zu beobachten.
Aus seinem umfangreichen Datenmaterial greift der NABU Edertal einige Beispiele heraus, die – so betont die Naturschutzgruppe - „kreisweit einmalig“ seien:
An einem einzigen Tag im Oktober 2011 zogen fast 20.000 Kraniche. Hinzu komme der nicht erfasste Nachtzug. Rekordzahlen an einem einzigen Tag erreichen auch der Zug des Rotmilans mit 292 Tieren im Oktober 2013 und des Wespenbussards mit 577 Vögeln im August 2010. Allein diese Zahlen – so der NABU – belegten eine signifikante Erhöhung des Tötungsrisikos durch die quer zur Zugrichtung geplanten Windräder und wären somit rechtlich von Bedeutung.

Ein Gutachten, das sich auf die Horstsuche Windkraft relevanter Arten wie Rotmilan und Schwarzstorch beschränkt, würde nach Auffassung des NABU nicht  den Fakten gerecht, die der Oberen Naturschutzbehörde in Kassel bekannt seien.

Bei der Planung von Windkraftanlagen spiele die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes in der Regel leider keine große Rolle. Nach Meinung des NABU müsse  dies jedoch im Umfeld des Nationalparks „Kellerwald-Edersee“ anders beurteilt werden, zumal Hessens einziger Nationalpark den Status des Weltnaturerbes besitze. Beispielsweise würden die rund 200 Meter hohen Windräder den Blick von der Aussichtsplattform auf dem Peterskopf massiv beeinträchtigen.

Der NABU erinnert daran, dass sich die Ortsbeiräte von Königshagen und Böhne sowie das Edertal Gemeindeparlament gegen die Windräder im Langen Wald ausgesprochen.



 
Es stand am 23. Mai 2015 in der Waldeckischen Landeszeitung. Hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Redaktion


Eigenrecherche des NABU-Edertal

Bei gängigen Abständen würden mindestens 22 Windkraftanlagen in den beiden im Regionalplan 
bei Königshagen KS_53 und Böhne KB_86 ausgewiesenen Flächen errichtet werden können. 
Die gängige Höhe heutiger Anlagen beträgt bereits 200m und darüber. 
Der Abstand zum Ort Königshagen der Fläche in Naumburg beträgt 1km. 
Versuch einer Fotomontage von 4 der möglichen über 22 Anlagen. Ein Bild kann Wirklichkeit nur unvollkommen darstellen. Bildmontage: NABU-Edertal
Ausschnitt aus den veröffentlichten Unterlagen zum Regionalplan Wind:   http://www.rp-kassel.hessen.de/irj/RPKS_Internet?cid=394acc1bf4edab26633270345c4e5a34 
Versuch möglicher Standorte innerhalb der vorgesehenen Windkraftflächen (Kartenlizens HLV NABU-Edertal)



 
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