Edertaler Schwalben

Edertal: Rechtzeitig zur Rückkehr der Schwalben hat der NABU Edertal drei Schwalbenhäuser gereinigt und an zweien von ihnen zusätzliche Nisthilfen angebracht. Erstmals wurde dazu ganztägig ein Klein-LKW mit ausfahrbarer Arbeitsbühne angemietet. Geleitet wurde die Aktion von NABU-Vorstandsmitglied und Schwalben-Experten Walter Meier (Affoldern).

Die Arbeiten begannen am Schwalbenhaus neben der Grundschule am Bergheimer Sportplatz. Hier wurden zusätzlich zu den bisherigen 22 Kunstnestern 19 neue montiert. Bei der Reinigung der bereits vorhandenen Nester zeigte sich, dass im vorigen Jahr alle von Mehlschwalben besiedelt waren. Schon während der Arbeiten umkreisten  drei erst kürzlich aus Afrika zurückkehrte Vögel das Schwalbenhaus. Sofort nach Beendigung der Arbeiten flogen sie die Nester an. Vermutlich - so Meier - handelte es sich um Tiere, die diesen Brutplatz bereits vom Vorjahr her kannten.

Im Gegensatz zu Nistkästen für Meisen und andere Höhlenbrüter brauchen Kunstnester für Schwalben nicht jährlich gereinigt werden, erklärte Meier. Alle paar Jahr sei das aber nötig, weil sich darin tote Vögel befinden können oder sich zum Beispiel Wespen eingenistet haben. Das zeigte sich dann auch bei der Reinigung des Schwalbenhauses in Anraff. Hier wurden ebenfalls zusätzliche Kunstnester angebracht. Außerdem galt es, einige Nester auszutauschen, die von einem nahrungssuchenden Buntspecht beschädigt worden waren.

Dritte Station der NABU-Aktion war das Schwalbenhaus in Affoldern. Dieses gilt als Vorzeige-Objekt, denn alljährlich brüten hier über 60 Schwalbenpärchen. Es wurde privat durch NABU-Mitglied Josef Strasser errichtet. Auf einer Infotafel kann man die alljährlichen Belegungszahlen lesen.

Insgesamt gibt es im Bereich der Gemeinde Edertal sieben von Mehlschwalben genutzte Schwalbenhäuser. Sie stehen in Affoldern, Anraff, Bergheim, Böhne, Hemfurth, Kleinern und Wellen. Auf baldige Besiedlung hofft ein Privatmann, der in Hemfurth-Edersee ein Schwalbenhaus auf seinem Grundstück errichtet hat.

Im Rahmen der Schwalben-Aktion wurde auch mit Hilfe der Arbeitsbühne ein selbst gebauter Nistkasten für Turmfalken im Giebel eines Affolderner Wohnhauses angebracht. Hier hatten diese kleinen Greifvögel und Mäusejäger bereits öfters auf einem Balken übernachtet.

Bild: Eine Arbeitsbühne wird zum Anbringen neuer Schwalbennester und zur Reinigung der schon bisher genutzten Nester eingesetzt. 
Nahaufnahme: Auf der Arbeitsbühne Paul Schüßler und Frank Dreher.
(Fotos: Hermann Sonderhüsken)
 


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