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Es stand am 7. Dezember 2000 in der Waldeckischen Landeszeitung und wird hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion veröffentlicht

 
Wanderung mit Infos über "Flora-Fauna-Habitat" -Richtlinie
 
Nilgänse überwintern in Edertal
 
EDERTAL (r).  Die Teilnehmer der jüngsten Wanderung der Naturschutzbund-Gruppen Bad Wildungen und Edertal hatten viel Glück. Im Naturschutzgebiet "Krautwiese am Wesebach" beobachteten sie seltene Vögel. 
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Die Teilnehmer der NABU-Wanderung konnten sich von der großen Bedeutung von "Krautwiese" und der Mehlener "Schwimmkäute" für den Erhalt der Artenvielfalt überzeugen. Einige beobachteten einen pfeilschnellen Eisvogel. Er wird an dieser Stelle regelmäßig angetroffen, weil er alljährlich in der Nähe seinen Brutplatz hat.

Auch der Haubentaucher, der auf beiden Gewässern in diesem Jahr erfolgreich brütete, war zu sehen. Bereichert wurde die Wasservogelfauna schließlich durch vier Nilgänse, die an der oberen Eder in diesem Jahr erstmals im Kreisgebiet brüteten. Bei dem Schwarzen Schwan, der auf der "Schwimmkaute" seine Kreise zog, handelte es sich um einen Gefangenschaftsflüchtling, gleichwohl für die Naturfreunde ein imposantes Bild.

Für einen "besonnenen und sachlichen Umgang" mit der Ausweisung von so genannten FFH-Gebieten hat sich der Naturschutzbund Edertal (NABU) bei der Wanderung ausgesprochen. Die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie ist ein Abkommen der Europäischen Union (EU), das den Schutz der biologischen Vielfalt in Europa zum Ziel hat. Tier (Fauna) und Pflanzenwelt (Flora) sowie deren Lebensräume (Habitate) sollen mit Hilfe dieser Vereinbarung dauerhaft gesichert werden.

NABU-Vorsitzender Wolfgang Lübcke informierte die 50 Teilnehmer der Wanderung über die FFH-Gebiete in der Gemeinde Edertal.

Sonderrolle für Gatter
Eine Sonderrolle spielt das Waldschutzgebiet Edersee, das über den eingegatterten Bereich hinaus bis zu den Waldaußenrändern von der früheren hessischen Landesregierung als FFH-Gebiet nach Brüssel gemeldet wurde. Es hat eine Fläche von 5724 Hektar und besteht fast ausschließlich aus Staatswald.
Darüber hinaus wurden im Bereich der Edertaler Gemarkung nur Gebiete gemeldet, die bereits einen Schutzstatus haben. Als Naturschutzgebiete sind das der "Stausee von Affoldern" (165 Hektar), die "Ederauen zwischen Bergheim und Wega" (71 Hektar, einschließlich eines Wildunger Anteils), die "Zechsteinhänge bei Lieschensruh" (42 Hektar) und die ehemaligen Kiesabbauflächen "Schwimmkaute bei Mehlen" und "Krautwiese am Wesebach" (zusammen 27 Hektar).
Der Anteil landwirtschaftlicher Nutzflächen in diesen rund drei Prozent der Edertaler Gemarkung sei verschwindend gering, erklärte Lübcke. Überwiegend handelt es sich um Wasserflächen mit den angrenzenden Ufergehölzen. Im Bereich der "Zechsteinhänge bei Lieschensruh" gebe es große, nicht landwirtschaftlich nutzbare Bereiche, einige landwirtschaftlich genutzte Flächen habe das Land Hessen gekauft.
Die Ederauen außerhalb der Naturschutzgebiete gehören zu dem zirka 4000 Hektar großen Auenverbund Eder, der sich von Hatzfeld bis Felsberg im Schwalm-Eder-Kreis erstreckt, inklusive Nuhne- und Orketal. Die FFH-Anmeldung bedeute lediglich, dass der Naturschutz in den gemeldeten Gebieten nicht schlechter gestellt werden darf als im Moment der Fall.

Die landwirtschaftliche Nutzung in der jetzigen Form werde nicht berührt. Nach dem Hessischen Landschaftspflegeprogramm (HELP) können Landwirte bei allen Vertragsflächen, die innerhalb von FFH-Gebieten liegen, einen Förderzuschlag von zirka 20 Prozent erhalten.
 


Die nächste Wanderung der NABU-Gruppen Edertal und Bad Wildungen führt am Sonntag den 10. Dezember 2000 zum "Stausee von Affoldern". Treffpunkt ist um 9 Uhr am Kiosk Angel-Schmidt zwischen Affoldern und Hemfurth.
(NABU-Edertal)
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