Es stand am 06.Mai  2002 in der Waldeckischen Landeszeitung (WLZ)  und wird hier mit freundlicher Genehmigung der Redaktion veröffentlicht

 
Zwei junge Königshagener auf abenteuerlicher Trekkingtour durch das „märchenhafte Transsilvanien"
Begegnung mit Wolf war Reisehöhepunkt
Rast vor rumänischem Holzfällerdorf

EDERTAL-KÖNIGSHAGEN (r). Mit ihrem ersten Vortrag vor einem öffentlichen Publikum faszinierten die beiden Edertaler Jugendlichen Felix und Silke Wilden (Königshagen) ihre zahlreichen Zuhörer in einer Veranstaltung des Naurschutzbundes Edertal. Die Bilderreihe führte in die rumänischen Westkarpaten unter dem Titel „Märchenhaftes Transsilvanien". Mit Hilfe von 3D-Brillen konnte das Publikum die Eindrücke der beiden Referenten während einer vierzehntägigen Trekkingtour der hessischen Naturschutzjugend NAJU räumlich nachvollziehen.
20 Teilnehmer, darunter vier aus dem Kreisteil Waldeck, waren im Sommer des vergangenen Jahres zwei Wochen zu Fuß in den Karpaten unterwegs. Nur mit dem Nötigsten ausgerüstet, zogen die Jugendlichen in drei Gruppen durch die Bergwelt des Apuseni-Gebirges. Begleitet wurden sie dabei von vier Wildnisleitern. Die Verpflegung musste jeweils für eine Woche mitgeschleppt werden.
Zwischendurch konnten die Wanderer in der „Zivilisation", einem kleinen rumänischen Ort, einkaufen und dabei die landesüblichen Marktsitten erforschen. An- und Abfahrt erfolgten über eine holprige Piste mit einem fast 30 Jahre alten deutschen Bus.
Schwierig war die Orientierung in den Bergen. Zur Verfügung standen nur alte Militärkarten, und die Wanderroute führte oft entlang trocken gefallener Bachläufe.
Die Jugendlichen mussten lernen, ihr Nachtquartier mit einer Zeltplane so herzurichten, dass sie einigermaßen gegen die Unbilden des karpatischen Wetters geschützt waren. Ein „Luxushotel" für die achtköpfige Gruppe von Silke und Felix war der mit Heu ausgepolsterte Dachboden einer Waldarbeiterhütte. Zu dem Überlebensprogramm gehörten ebenso das Entfachen eines Feuers mit feuchtem Holz sowie das Backen eines Fladenbrotes. Als Waschzuber diente bisweilen ein Kuhtrog. Sogar ein „Wildnistabak" wurde gesammelt, eine Mischung aus Frauenmantel, Thymian, Erdbeere, Weide, Pappel und Wegerich.
Zur Lagerromantik gehörten sowohl das Vorlesen aus Iastratis „Haiduken" wie das Singen eines selbst verfassten Tourenliedes. Höhepunkt der Wildnis erfahrung war die Begegnung mit einem Wolf, der sich aber ebenso erschreckte wie die Teilnehmer der Trekkingtour.
In den großen Wäldern des ApuseniGebirges gibt es noch Luchse, Wildkatzen, Wölfe und Karpaten-Bären. Aber es gehört schon ein gutes Stück Glück dazu, diese Tiere zu beobachten. Sie sind insbesondere im Sommer sehr scheu und verstecken sich vor dem Menschen. Übrigens ist die Gefahr, von einem Bären bedroht zu werden, um ein Millionenfaches geringer als die, von einem rumänischen Auto erfasst zu werden.
Willkommene Abwechslung in der Einsamkeit war für die jungen Naturschützer das Auffinden eines Trainingslagers der rumänischen Karate-Elite. Hier lernten sie die ausgeprägte Gastfreundschaft der Rumänen kennen, durften sich am Feuer wärmen und trotzten dem Regen im Gemeinschaftszelt. Höhepunkt der deutsch-rumänischen Begegnung in der Wildnis war ein Fußballspiel, das mit 4:3 zugunsten der rumänischen Karateprofis ausging.

Informationen zu ähnlichen Touren der NAJU-Hessen gibt es unter www.naju-hessen.de, zu finden in unserer Linksammlung.


 
Silke Wilden in voller Trekkingausrüstung        Felix Wilden: Silke wir müssen weiter...
unsere moderne und voll resiclebare Einbauküche          rumänische Motzenhütte
eine der vielen märchenhaften Ausblicke
typisch transsilvanisch: Fledermäuse und Igor im Nebel


E-Mail an Webmaster@NABU-Edertal.de
<<zurück zu Berichte