Waldeck-Frankenberg

Naturschutzjugend Sommertour 2000 – Segeln an der holländischen Nordseeküste
Bei Windstärke sechs
  Foto J. Köster

Die Naturschutzjugend (NAJU)- Sommertour 2000 führte an die holländische Nordseeküste. Vom Segelschiff „Bruinvish“ erlebten 18 Jugendliche aus fünf Jugendgruppen das westfriesische Wattenmeer aus einer anderen Perspektive.

Die holländische Hafenstadt Harlingen war Ausgangspunkt für die einwöchige Tour. Teamarbeit war angesagt auf dem fast 100 Jahre alten Segelschiff. Die 23 Meter lange „Bruinvish“ diente früher dem Viehtransport zwischen Inseln und Festland, später als Postschiff auf Vlieland und Muscheltransporter zu den Kalköfen. Der heutige Besitzer und Kapitän Cees Dekker hat das Plattbodenschiff zu einer „Ferienwohnung für Segelabenteurer“ umgebaut.

Im Schnellkurs lernten die NAJU-Mitglieder aus Frankenberg, Bromskirchen, Edertal, Korbach und Twistetal die Grundbegriffe des Segelns. Denn beim Hissen der großen roten Segel, beim Wenden und Halsen war aktive Mithilfe gefragt. Nach der Reparatur eines Lecks im Schiffsboden gings bei Windstärke sechs gleich richtig los. In Schwimmweste und Regenhose gewöhnten sich die jungen Naturschützer schnell an den Seegang. An den Schoten von Fock- und Klüversegel oder beim Kurbeln am Masten galt es kräftig zuzupacken. Auch die Knoten, vom Palsteg bis zum Kreuzknoten, zählten später zum täglichen Repertoire.

Erste Station am Abend der Hafen Workum auf dem Ijsselmeer. Im Verlauf der Tour lernten die Waldeck-Frankenberger auch die westfriesischen Inseln Texel und Ameland kennen.

Auf der bekannten Vogelinsel Texel tauschten sie das Segelschiff mit dem Fahrrad. Mit Spektiven und Ferngläsern ausgerüstet entdeckten sie die weißen Löffler, Charaktervögel der holländischen Nordseeinsel. Die langbeinigen Watvögel mit dem schwarzen Löffelschnabel brüten auf Texel in einer großen Kolonie. Auch Zwerg-, Küsten- und Brandseeschwalben begeisterten die jungen Ornithologen. Viele Jungvögel, darunter zahlreiche Säbelschnäbler, suchten in Flachgewässern nach Nahrung. Sonnenschein und erfrischende Temperaturen animierten die Jugendlichen auch zu einem Bad in der Nordseebrandung.

Abends im Wattenmeer nach dem Auflaufen des Bootes bei Niedrigwasser vor Vlieland wagten einige sogar den Sprung von der Reling ins kühle Nass. Zwei Nächte verbrachte die „Bruinvish“ vor Anker mitten im Wattenmeer. Die ruhige Meeresstimmung und die Signale von Leuchttürmen verliehen dem Aufenthalt einen besonderen Reiz. Naturkundliche Highlights für die Jugendlichen waren auch die Beobachtung zahlreicher Seehunde auf Sandbänken.

Gemeinschaftssinn, Engagement und Toleranz waren beim siebentägigen Zusammenleben auf engstem Raum gefragt. Eine Woche Verzicht auf Fernseher, Radio und Computer – nicht Komfort, sondern das Leben mit dem Nötigsten stellten zusätzliche Anforderungen an die Jugendlichen. Täglich wechselnde Kochteams sorgten für frisch zubereitete Mahlzeiten in der Kombüse. Ausreichend Zeit blieb auch für Gemeinschaftsspiele oder Unternehmungen auf den Inseln. Auf Ameland besuchten die NAJU-Aktiven den Leuchtturm und ein Naturzentrum.

Frank Seumer

E-Mail an Webmaster@NABU-Edertal.de


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